Lebensnah Wert halten

Lebensnah Wert halten

Ein Beitrag von Vahan P. Roth

Der RealUnit-Fonds bietet den Sparern und Vorsorgern eine Lösung für die Probleme, die sich aus der heutigen Geldordnung ergeben.

Erstens. Das primäre Ziel allen Sparens ist es, zumindest den Wert der angelegten Gelder zu erhalten. Das lässt sich mit risikolosen Anlagemöglichkeiten wie Sparkonti oder Kassenobligationen erreichen – allerdings nur nominal: der Betrag der gesparten Gelder bleibt gleich oder wächst dank den Zinsen sogar leicht, real schrumpft er aber wegen der Geldentwertung. Um Ersparnisse aufzufressen, braucht es keine Hyperinflation, wie Deutschland sie im 20. Jahrhundert mehrmals erlebte oder wie sie heute noch etwa Zimbabwe verheert. Denn auch die «normale» Inflation zerstört die Vermögen; so sank die Kaufkraft des Euros in den zehn Jahren seit seiner Einführung um fast 20 Prozent.

Zweitens. Die Staaten messen die Inflation nur aufgrund der Entwicklung der Preise von Warenkörben, also der Konsumentenpreise. Diese sind aber in den letzten zwei Jahrzehnten wegen der billigen Importe aus den Schwellenländern gesunken, teils markant. Dagegen fliesst die asset inflation nicht in die Berechnung ein. Wegen der tiefen Zinsen, zu denen der Exportboom von China führte [siehe Artikel von Ferguson & Schularick auf S. 38-40], schossen die Preise nahezu aller realen Vermögenswerte wie Aktien oder Immobilien in die Höhe. Wer nur Nominalwerte wie Obligationen besass, blieb im Vergleich – und der Vergleich entscheidet über die Kaufkraft – zurück.

Der RealUnit strebt Wertstabilität an. Dazu bezieht er sowohl die Konsumgüter als auch die Investitionsgüter mit ein; er richtet sich damit am Bruttoinlandprodukt aus, also an der gesamten Arbeitsleistung der Schweiz. Die Konsumausgaben machen zwei Drittel des BIP aus, die Investitionen einen Drittel. Deshalb legt der RealUnit-Fonds sein Vermögen zu zwei Dritteln in Konsumgütern und zu einem Drittel in Investitionswerten an. Dank dieser Aufteilung bietet der RealUnit den Sparern und Vorsorgern die Gewissheit, dass ihre Anlage in die gesamte Schweizer Volkswirtschaft den Wert nicht nur nominal behält, sondern dass sie real am Wachstum teilhat.

Gerade in der Schweiz kann sich eine Anlage aber nicht auf das Inland beschränken; dem Ausland kommt eine immer grössere Bedeutung zu. Deshalb investiert der RealUnit-Fonds einen Drittel seines Vermögens im Ausland. Dieser Wert ergibt sich aus der durchschnittlichen Auslandverflechtung der OECD-Volkswirtschaften. Dadurch ist der RealUnit – gleich wie die Schweizer Wirtschaft – lokal verankert, aber global ausgerichtet.

So bietet sich der RealUnit als stabile Währung an, die durch die Volkswirtschaft eines Landes gedeckt ist. Bislang müssen die Sparer und Vorsorger auf die Politik von nationalen Notenbanken oder sogar übernationalen Zentralbanken vertrauen, die den Geldwert bewahren sollen. Welche Probleme sich daraus ergeben, zeigt sich derzeit: dass die Chinesen ihre Währung, den Renminbi, zu einem festen Wechselkurs an den Dollar binden, führt zu gefährlichen Spannungen in der Weltwirtschaft. Und weil Staaten wie Spanien oder Griechenland mit Überschuldung kämpfen, droht eine Zerreissprobe für den Euro. Sparer, die auf den RealUnit setzen, brauchen diese Probleme nicht zu fürchten: er ist eine lebensnahe Währung, weil er auf die alltäglichen Werte einer Volkswirtschaft setzt.

Der RealUnit-Fonds arbeitet so kosteneffizient wie möglich. Er braucht dafür weitestgehend passive Anlageinstrumente, vor allem Exchange Traded Funds. Dank der hohen Liquidität dieser Instrumente lassen sich die Fondswerte rasch in Tauschgeld wechseln, also Geld, das für den täglichen Bedarf benötigt wird. Mit dieser Anlagepolitik lassen sich aber auch die Gesamtkosten tief halten, nämlich um bis zu 50 Prozent niedriger als bei vergleichbaren Anlageinstrumenten. Der Direktvertrieb erfolgt mit der PMG Fonds Management AG als Fondsleitungsgesellschaft und der Swissquote SA als Depotbank. Die Anteile des RealUnit-Fonds sind nach der Markteinführung (voraussichtlich am 1. März) bei jeder Bank zu kaufen.

Erschienen in: Sonderdruck Nr. 5, März 2010, Schweizer Monatshefte

Foto: Romolo Tavani/AdobeStock.com