In Industriemetalle investieren – physisch kaufen statt ETF

25. August 2023

In Industriemetalle investieren - physisch kaufen statt ETF

Beitrag von Vahan P. Roth, CIO RealUnit Schweiz AG 

In Industriemetalle investieren

Swiss Industrial Metal AMC: Ein sicherer Zugang zum Industriemetallmarkt

Gewinne zu maximieren und Verluste zu minimieren mag das Ziel aller Investoren sein, aber in unsicheren und turbulenten Zeiten wie diesen kann sich das als besonders schwierig erweisen, und Abkürzungen dorthin gibt es definitiv keine. Bei RealUnit konzentrieren wir uns auf Langfristigkeit und legen den Schwerpunkt auf Stabilität und Werterhalt. Wie immer suchen wir uns gleichgesinnte Partner, die uns dabei unterstützen, dieses Ziel zu erreichen. Deshalb haben wir uns mit Zeltner & Co zusammengetan und in ihr Swiss Industrial Metal AMC (Actively Managed Certificate) investiert.

Warum Industriemetalle?

Die meisten Kleinanleger und sogar viele professionelle Investoren sind mit der komplizierten, oft einschüchternden, doch faszinierenden Welt der Industriemetalle überhaupt nicht vertraut. Abgesehen von Kupfer, Aluminium, Nickel und vielleicht Kobalt, das in den letzten Jahren populär geworden ist, wissen die meisten von uns nicht wirklich Bescheid über den Markt für Nebenmetalle. Was ist mit Metallen wie Tantal, Bismut oder Hafnium? Wahrscheinlich wissen wir so gut wie nichts über sie (oder haben noch nicht einmal von ihnen gehört), aber sie spielen eine zentrale Rolle in der Industrie, bei der Energieerzeugung und sogar bei Arzneimitteln.

Die vielen Verwendungsmöglichkeiten von Metallen, die Besonderheiten bei ihrer Produktion und in ihrer Lieferkette mögen aus enzyklopädischer Sicht sehr interessant sein, doch insbesondere für Investitionszwecke bieten sie wirklich einzigartige Vorteile. Der wichtigste davon ist die Tatsache, dass sie ein sehr effektiver Stabilisator und -verbesserer des Portfolios sein können.
Sie sind eindeutig ein hervorragender Inflationsschutz – etwas, das für viele Anleger/innen heute Priorität hat. Wer jedoch über das Wissen und die Mittel verfügt, um in die richtige Mischung von Grundmetallen zu investieren, kann seinem Portfolio auch eine Position hinzufügen, die nicht mit den Aktien- und Rentenmärkten korreliert. Natürlich kann man argumentieren, dass das gute alte Gold dies auch kann, aber genau das macht die Nebenmetalle besonders attraktiv: Sie sind auch nicht mit den Edelmetallen korreliert und fügen so jedem Portfolio eine ganz neue Ebene der Diversifizierung hinzu.

Was ihre Aussichten angeht, so sind sie mit Sicherheit rosig. Ein Blick auf die Fundamentaldaten von Kupfer, einem der zumindest für den “Laien” bekanntesten Grundmetalle, genügt, um dies zu verdeutlichen. Einem aktuellen McKinsey-Bericht zufolge “wird die Elektrifizierung die jährliche Kupfernachfrage bis 2031 voraussichtlich auf 36,6 Millionen Tonnen ansteigen lassen. Obwohl die aktuellen Prognosen für das Angebot auf der Grundlage von Wiederanläufen, sicheren oder wahrscheinlichen Projekten und recycelter Produktion mit bis zu 30,1 Millionen Tonnen rechnen, müssen weitere 6,5 Millionen Tonnen (zusätzliche 20 Prozent) verfügbar gemacht werden.”

Eine grossartige Investition, wenn Sie an sie herankommen – aber höchstwahrscheinlich können Sie das nicht

Selbst für jene Investoren, welche die Chancen dieser Metalle erkennen, ihre Hausaufgaben gemacht haben und bereit sind zu kaufen, bleibt das grösste Hindernis bestehen: Es gibt keinen realistischen, praktischen und effizienten Weg, um in diese Ecke des Marktes zu gelangen. Vielleicht können sie einen Kupfer- oder Industriemetall-ETF kaufen. Diese bieten jedoch nur eine sehr begrenzte Auswahl an Metallen (es gibt z. B. kein Indium- oder Hafnium-Anlageprodukt) und enthalten oft Bergbauunternehmen, die ihre eigenen Risiken mit sich bringen, denen ein Anleger vielleicht nicht ausgesetzt sein möchte. Am wichtigsten ist jedoch, dass es sich um Papierprodukte handelt. Das bedeutet, dass sie nicht die Sicherheit bieten, die man mit physischen Beständen erhält, aber eben auch, dass der Papierinvestor nicht die Möglichkeiten ausschöpfen kann, die der direkte physische Handel bietet. Metallpreise wie die der LME sind lediglich ein Referenzpreis und der direkte Handel mit industriellen Käufern kann viel profitabler sein.

Während physische Metalle mit Sicherheit der Weg zum Ziel sind, bringen sie jedoch auch einige besondere Herausforderungen mit sich. Für einen Kleinanleger, der sich für physisches Kupfer interessiert, ist zum Beispiel die schiere Menge, die er kaufen und lagern müsste, einfach zu überwältigend. Eine einzige Tonne würde für eine sinnvolle Investition nicht ausreichen; er müsste höchstwahrscheinlich eine ganze LKW-Ladung oder mehr kaufen. Dann stellen wir uns vor, dass er diversifizieren und auch Nickel und vielleicht noch ein paar andere Metalle kaufen wollen würde.

Aber nicht nur die Logistik und die Lagerung stellen ein Problem dar. Im Gegensatz zu Gold und Silber, die es in standardisierten und einheitlichen Barren und Münzen gibt, erfordern Grundmetalle ein viel anspruchsvolleres und spezielleres Wissen. Ihre jeweilige Art, Form und Beschaffenheit ist wichtig, und zwar sehr wichtig. Das wirkt sich auf den Preis aus und darauf, wie leicht sie verkauft werden können, denn für ihre industrielle Verwendung gibt es strenge Vorgaben.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Hype um Metalle für Batterien in den letzten Jahren. Als eine grosse Anzahl der Mainstream-Analysten über Elektrofahrzeuge (EVs) und die “grüne Revolution” zu berichten begann, stürzten sich viele Investoren auf Kobalt und Lithium. Lithium gibt es jedoch nicht einfach in einem ordentlichen und praktischen Format wie Goldbarren, die leicht zu lagern und zu transportieren sind. In einigen Aggregatzuständen ist es sogar entflammbar und erfordert eine spezielle Handhabung. Ein weiteres “Detail”, das die meisten Investoren nicht kannten: Das Material, das die Batteriehersteller verwenden, ist Lithium-Kobalt-Oxid, also bereits eine Mischung aus den beiden und damit die profitabelste Variante, in die man investieren kann. Sogar die Form selbst spielt eine grosse Rolle: Geschnittene Kobaltkathoden kleinerer Grösse können zum Beispiel einen besseren Preis erzielen, da sie nicht weiterverarbeitet werden müssen und in die gängigsten Maschinen passen, mit denen die Industrie sie verarbeitet.

Ein weiterer Grund, weshalb sich das Fachwissen über diesen Markt für Investoren als essenziell erweist, ist das Verständnis der Preisschwankungen und ihrer Ursachen. Viele Grundmetalle zeigen im Handel lange Zeit eine seitliche Tendenz, bevor sie explosionsartig ansteigen. Um Molybdän zum Beispiel war es eine ganze Weile ruhig, bevor der Preis von 30.000 $ pro Tonne auf 100.000 $ anstieg. Der Auslöser war der Ukraine-Krieg, denn Molybdän wird zum Härten von Stahl benötigt, und es war nicht das erste Mal, dass die Nachfrage nach dem Metall durch die Decke ging. Auch während des Zweiten Weltkriegs war Molybdän ein begehrter Rohstoff gewesen, und seitdem steigt die Nachfrage in Kriegszeiten immer wieder an.

Schliesslich gibt es einen weiteren Faktor, der die Dinge noch komplizierter macht und in den letzten Jahren immer wichtiger geworden ist. Mit dem Aufkommen von ESG-Investitionen (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) und den damit verbundenen Vorschriften ist es für Metallinvestoren unerlässlich geworden, sich mit der Herkunft ihrer Bestände zu befassen. In manchen Fällen unterliegen die grössten Produzenten einer strengen Prüfung unter ESG-Gesichtspunkten, was die Nachfrage nach demselben Metall, aber aus einem anderen Land, in die Höhe treibt. Dasselbe gilt für Zölle und Handelskriege, wie jenen zwischen den USA und China. Aus diesem Grund wird Kobalt aus Norwegen mit einem Aufschlag gegenüber Kobalt aus dem Kongo gehandelt, und Indium aus Japan ist teurer als Indium aus China.

Die Swiss Industrial Metal AMC- Lösung

All diese Zugangsbeschränkungen brachten das Team hinter dem AMC auf den Gedanken, dass es einen klaren Bedarf für ein Anlageinstrument gibt, das Investoren einen einfachen, effizienten und effektiven Zugang zu diesem Markt ermöglicht. Thomas Zeltner und Kim Wirth, CEO bzw. CIO von Zeltner & Co, nutzten ihr Fachwissen und ihre Erfahrung im Bereich Investitionen und Finanzdienstleistungen und taten sich mit Nico von Burg, dem Gründer und CEO von Swiss Metal Exchange, und Martin Palushaj, einem erfahrenen Rohstoffhändler, zusammen. Sie alle brachten ihr praktisches und spezialisiertes Fachwissen sowie ihr globales Netzwerk ein und schufen im Jahr 2021 gemeinsam ein einzigartiges und solides Produkt, für dessen Wettbewerbsfähigkeit sie als Mitglieder des Beirats weiterhin sorgen.

Aus unserer Sicht erkannten wir bei RealUnit nicht nur das Potenzial eines solchen Produkts, sondern wir hatten auch guten Grund, den Menschen dahinter zu vertrauen: Kim Wirth hatte bereits für RealUnit gearbeitet, bevor er seine jetzige Aufgabe bei Zeltner & Co übernahm, was uns die Möglichkeit geboten hatte, seine Professionalität, sein Fachwissen und seine Zuverlässigkeit aus erster Hand zu erleben; Nico von Burg war bereits zuvor ein geschätzter Partner, da wir in der Vergangenheit direkt physische Metalle an der Swiss Metal Exchange gehalten hatten.

Der Swiss Industrial Metal AMC ermöglicht es Investoren, alle oben aufgeführten Hindernisse zu überwinden. Er bietet einen ständig aktualisierte und neu kalibrierte Zusammensetzung von physischen Metallen, der wöchentlich vom Beirat überprüft und angepasst wird, und ermöglicht so eine effiziente Diversifizierung. Ausserdem werden die Metalle alle ins offene Zolllager der Metal Depot AG in der Schweiz transportiert und dort sicher gelagert, wodurch alle logistischen Herausforderungen gelöst sind.

Die Verteilungsstrategie basiert auf einem “Core-Satellite”-Ansatz. Das Herzstück machen sofort liquidierbare Metalle wie Nickel, Kupfer oder Zinn aus, die heute aus dem Lager verschifft werden können, morgen in Rotterdam sind, in das LME-System einfliessen und sofort bezahlt werden können – alles in wenigen Tagen. Und dann gibt es noch die Satelliten-Metalle. Diese sind weniger liquid, können aber höhere Renditen bieten. Auch hier ist die Voraussetzung für diese potenziellen Renditen ein vertieftes und spezialisiertes Wissen, aber auch ein umfassendes und zuverlässiges Netzwerk. Selbst wenn sich ein privater Investor die Mühe machen würde, sich mit allen Einzelheiten der Hafniumproduktion und seiner industriellen Verwendung vertraut zu machen, könnte er es nicht verkaufen, da es nur eine Handvoll industrieller Käufer gibt, die ausschliesslich mit vertrauenswürdigen und etablierten Fachleuten Geschäfte machen. Das AMC-Team hat damit jedoch in diesem Jahr einen seiner grössten Erfolge erzielt. Hafnium wird in der Kernenergiebranche und bei der Herstellung von “Superlegierungen” verwendet. 

Als der Krieg in der Ukraine ausbrach und die Brennstoffkrise Europa traf, stieg die Nachfrage nach diesem Material sprunghaft an und verzehnfachte sich.
Natürlich ist dieses wertvolle Wissen einer der Hauptvorteile, den das AMC den Investoren bietet, aber daneben sorgt es auch für Transparenz und Sicherheit. Alle Metalle werden einer umfassenden und fachkundigen Qualitätsprüfung unterzogen, was dem durchschnittlichen “Laien”-Anleger nicht möglich ist, und sie werden auch regelmässig kontrolliert. Da die Metalle in der Metal Depot AG gelagert werden, einem Zolllager, führt die Schweizer Zollbehörde selber auch Kontrollen und Prüfungen durch.

Und dann ist da noch der praxisorientierte Ansatz von Nico und seinem Kollegen Martin, wenn es um die konkreten Aspekte des Einkaufs und Transports der Metalle geht. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die beiden persönlich zu Raffinerien in Indonesien und anderen Orten auf der ganzen Welt reisen, um die Metalle direkt in Empfang zu nehmen, Qualitätskontrollen durchzuführen und den gesamten Prozess vom Verladen bis zur Ankunft im Lager zu überwachen.

Interessant ist auch, dass die meisten der Metalle, die das Team für das AMC handelt, recyklierte Produkte sind. Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch finanziell. Es ist schlicht billiger und einfacher, Materialien zu zerlegen, als sie abzubauen, zu veredeln und quer über den Globus zu transportieren.
Das Ergebnis all dieser harten Arbeit, der gebündelten Fachkenntnisse und des praktischen Know-hows ist ein Produkt, das widerstandsfähig, solide und gesund ist. Es bietet die Art von Stabilität, die wir für unsere eigenen Investoren bei RealUnit anstreben, und es zeigt deutlich die Überlegenheit von Investitionen in reale, greifbare Vermögenswerte.

Der Autor
Vahan P. Roth Gründer und Chief Investment Officer

Gründer und Chief Investment Officer

Vahan Roth

Vahan P. Roth begann seine Karriere bei beiden Grossbanken der Schweiz, anschliessend arbeitete er bei der Privatbank Reichmuth & Co als Portfolio-Manager, seit 2009 begleitet er die Entwicklung des RealUnit. Ursprünglich Jurist, getrieben jedoch von seinem Interesse an den Finanzmärkten absolvierte er die CFA-Prüfungen.
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