Gold für das langfristige Sparen

20. September 2021

Gold für das langfristige Sparen

Gold für das langfristige Sparen

EDELMETALL Beimischung von 10 bis 20% im Portfolio ist empfehlenswert.

Von Dani Stüssi | Zuerst erschienen in gekürzter Fassung in der September-Ausgabe der »FINANZ und WIRTSCHAFT«

Gelder für die langfristige Vorsorge sollten die Kaufkraft erhalten und vom Zinseszins profitieren. Aber wie soll man in Zeiten von Null- oder Negativzinsen sowie Höchstständen an den Aktien- und Immobilienmärkten sein Erspartes langfristig anlegen? Auch im heutigen Umfeld sollte Gold als Beimischung im Wertschriftendepot eine wichtige Rolle für die Stabilität und den langfristigen Werterhalt spielen.

Ist Gold ein Obligationenersatz? Die Kurzantwort lautet «nein, aber…». Gold wirft keinen Zins ab und schwankt im Wert viel stärker als Obligationen. Erst vor kurzem hat der Goldpreis innert Minuten einen «Flash-Crash» von minus 4.4% erlebt. Der Goldkurs ist stark von den Realzinsen und vom US-Dollar abhängig. Daher ist das Edelmetall für konservative Anleger kein reiner Obligationenersatz. Aber eine Beimischung von 10-20% Gold ins Aktiendepot ist trotzdem empfehlenswert. Das Edelmetall korreliert wenig mit den Aktienmärkten, will heissen, der Wert des Goldes ist wenig abhängig von der Entwicklung an den Börsen. Ein guter Investor achtet auf eine gute Diversifikation in seinem Depot und legt sein Vermögen in verschieden Anlageklassen an, welche sich im besten Fall in wilden Märkten gegenseitig ausgleichen. Der Wert des Goldes hat mit der steigenden Geldmenge zugelegt und seit 2000 sogar den Aktienindex S&P 500 deutlich geschlagen (siehe Grafik).

Vertrauen in Gold als Wertspeicher in Krisenzeiten

Gold besitzt noch eine viel wichtigere Eigenschaft, welche in der heutigen Zeit wieder stärker gefragt ist. Es war über Jahrhunderte ein akzeptiertes Tauschmittel und geniesst weltweit ein grosses Vertrauen als sicherer Wert in Krisenzeiten. Dieses Vertrauen sitzt scheinbar in unserer DNA, da Gold als schönes Metall in Form von Schmuck und Münzen jahrhundertelang als Zahlungsmittel eingesetzt wurde. Zudem ist das gelbe Edelmetall ein knappes Gut. 2020 wurden weltweit ca. 3’400 Tonnen Gold aus der Erde geholt. Würde man alles bereits existierende Gold weltweit zusammenschmelzen, so schätzen Experten, würde dies einen quadratischen Swimmingpool in der Länge, Breite Tiefe von nur je 21 Meter füllen.

Abkoppelung Finanzwirtschaft von Realwirtschaft

Gold war lange Zeit der Wertanker der staatlichen Währungen. Am 15. August 1971 wurde die letzte Bindung des US-Dollars zum Gold gelöst und damit das globale Geldsystem vollständig entmaterialisiert. Seither ist keine Staatswährung mehr mit einem knappen Vermögenswert gedeckt. Zentralbanken können ohne jegliche Beschränkung neues Geld schöpfen und machen davon immer stärker Gebrauch. Weltweit wurde im letzten Jahr die Geldmenge aufgrund der Covid-19 Pandemie extrem ausgedehnt. Ende 2020 gab es z.B. rund 25% mehr US-Dollar als noch Anfang Jahr. Je mehr Einheiten einer staatlichen Währung vorhanden sind, desto weniger ist jede einzelne Einheit wert. Die Folge ist, dass sich der Dollar gemessen an der Kaufkraft in den letzten 50 Jahren um rund 85% und der CHF um rund 65% entwertet haben. Die Sparer sind wegen des Kaufkraftverlustes die grossen Verlierer. Als knappes Gut hat Gold eine wichtige Rolle für den langfristigen Werterhalt.

Gold hat wenig Bezug zur Realwirtschaft

Das Edelmetall hat sich in der Vergangenheit schon oft als Absicherung gegen wirtschaftliche und politische Verwerfungen bewährt und eignet sich daher als Schutz vor Inflation und Finanzkrisen. Auch in unserer Investmentgesellschaft RealUnit Schweiz AG setzen wir konsequent auf die Eigenschaften des Goldes, das mit aktuell 24% die grösste Position im Portfolio ist. Unsere Investoren suchen langfristige Wertstabilität und eine erhöhte Krisenresistenz. Der RealUnit ist durch leistungs- und sachbezogene Realwerte gedeckt, die mehrheitlich ausserhalb des Bankensystems sicher aufbewahrt werden. Da Gold keinen Ertrag abwirft und einen tiefen Bezug zur Realwirtschaft aufweist, sind wir auch mit rund 40% in börsenkotierte Unternehmen mit einer gesunden Bilanz und guter Dividendenpolitik investiert. Die richtige Anlagestrategie mit der Aufteilung in verschiedene Realwerte ist unserer Ansicht nach entscheidend, dass Sparer und Anleger langfristig die Kaufkraft ihres Geldes erhalten können. Gold spielt dabei als bewährte «Krisen-Versicherung» eine entscheidende Rolle. 

Über den Autor:
Dani Stüssi ist CEO der RealUnit Schweiz AG. Er war sechs Jahre lang Filialleiter bei der NAB und hat dort seit 2007 als zertifizierter Wealth Manager Advisor CWMA Anlagekunden beraten.

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